Thomas Ott, Mühltal

Seminarhaus am Campus Westend

Thomas Ott, Mühltal

Seminarhaus am Campus Westend

Max-Horkheimer-Straße 4, 60323 Frankfurt am Main
Projekt
Seminarhaus am Campus Westend
Architekt
Ferdinand Heide Architekt BDA

Umgang mit der städtebaulichen Situation / Einfügung in das Ensemble
Mit dem neuen Seminargebäude wird ein weiterer – allein durch seine übergeordnete Nutzung heraus­ragender – Bau­stein am Campus Westend gesetzt. Analog zur bisherigen Campusentwicklung, bei der die „öffentlichen“ Ge­bäu­de in ihrer Stellung und ihrer architektonischen Ausformulierung Individualität und Signifikanz, die Insti­tuts­bauten eine zurückhaltende Eleganz und Ruhe zeigen, soll das Seminargebäude als Teil der östlichen Parkkante eine kraft­volle In­divi­dualität demonstrieren: Eine architektonische Handschrift und eine eigene archi­tek­tonische Hal­tung, die auf der Über­zeu­­gung beruht, dass die besondere Nutzung auch eine besondere Gestalt hervorrufen muss. Dem Innen­leben – den universitätsübergreifenden Versammlungsräumen und dem luftigen, großzügigen Foyer – soll nach außen durch eine plastische, großmaßstäbliche Fassade Ausdruck verliehen werden. Das Thema der Fassade ist der Wechsel von ruhiger, kleinteiliger Gliederung, großflächigen Wänden und tiefen, weiten Öffnungen zwischen Foyer und Park.

Gebäudegliederung und Gestaltung
Das Gebäude hat eine tektonisch gegliederte Natursteinfassade (Travertin, ähnlich dem Cannstätter Travertin vom Pölzigbau) mit zurück­hal­ten­dem Verglasungsanteil; dennoch kann mit der vorgeschlagenen Struktur und Gliederung ein transparentes und heiteres Gebäude – im Sinne großzügiger Öffnungen und Blickbe­ziehungen zwischen Campus und Foyer – ge­schaffen werden. Die Gliederung wird bestimmt durch drei Fassadenmotive, die jeweils „um die Ecke herum ge­nommen“ den Solitärcharakter des Hauses unter­streichen. Eine Feingliederung entsteht durch die vertikalen Fenster­lisenen aller Seminarräume, eine übergeordnete Gliederung durch das Zusammenfassen und Zurück­setzen dieser Li­senen gegenüber dem Gesamtvolumen und durch geschlossene Wandflächen im Zusammenhang mit tief einge­schnittenen Fenstern und Terrassen.

Organisation / Anordnung und Verbindung von Funktionsbereichen
Die besondere Typologie des Hauses – die offene Mitte und der „Kranz“ von 51 Seminarräumen in 3 unterschiedlichen Grössen – ist nur durch ein aus­ge­­fallenes Erschließungskonzept möglich: Brandschutztechnisch kann ein offenes Foyer nur gebaut wer­den, wenn entweder zahllose Abschlüsse (in Bau und Wartung sehr teure Brandschutzvorhänge) zu einem Luft­raum gebaut wer­den oder wenn für jeden Aufenthaltsraum ein direkter Fluchtweg – nicht über das Foyer – sondern über direkt zugängliche Treppenräume in Summe 6 Treppenhäuser mit einer Laufbreite von 1.2m, besteht. So kann das über mehrere Ge­schos­se durchgehende Foyer als kommunikativer Raum alle Bereiche mit­ein­ander verbinden. In seinem Zentrum be­findet sich als beson­dere Attraktion und skulpturale Qualität eine offene Treppenanlage, die sich um einen durch­gehen­den Aufzugsturm herum entwickelt. Die Decken der unterschiedlich angelagerten Neben­räume bilden in den darüber lie­genden Geschossen jeweils Plattformen mit besonderer Aufenthaltsqualität.

Ausgewählt zum Tag der Architektur 2017      

Projektdaten
Planungs- und Bauzeit: 2012-2015
Bruttogeschossfläche: 7.967 m²

Projektbeteiligte
Tragwerksplanung und Bauphysik: Bollinger + Grohmann GmbH, Frankfurt
TGA-Planung: Kofler Energies, Frankfurt
Brandschutz: Halfkann + Kirchner, Frankfurt

Kontakt
Ferdinand Heide Architekt BDA
Leinwebergasse 4
60386 Frankfurt am Main

Telefon: 069 – 420 827 0
Fax: 069 – 420 827 27
Email
www.ferdinand-heide.de

Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal
Thomas Ott, Mühltal