Foto: HG Esch

Preisträger BDA Hamburg Architektur Preis 2014

Weltquartier Wilhelmsburg

Hamburg, Weimarer Straße 47-49, 74-78 und Veringstraße 80-84

Foto: HG Esch
Projekt
Weltquartier Wilhelmsburg
Architekt
Gerber Architekten, Dortmund
Architekten
Gerber Architekten, Dortmund
Bauherr
SAGA Siedlungs-Aktiengesellschaft Hamburg

Weltquartier Wilhelmsburg

IBA – Weltquartier für interkulturelles Wohnen in Hamburg-Wilhelmsburg Die traditionelle Arbeitersiedlung in dreigeschossiger Zeilenbauweise mit roten Satteldächern wurde von Gerber Architekten durch zwei Neubauten ergänzt, die die baulichen Grundelemente des Bestandes aufgenommen, in den skulpturalen Kopfbaukörpern neu interpretiert und mit den Anforderungen an ein energetisch hocheffizientes Passivhaus verknüpft haben. Insgesamt 75 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe und Wohnform sorgen für einen Wohnmix aus Singles, Paaren und Familien und fördern dadurch die soziale Durchmischung des Weltquartiers für interkulturelles Wohnen. Jede der Wohneinheiten verfügt über eine Loggia, die sich im U-Haus zum Innenhof und im T-Haus zum öffentlichen Park orientiert. Die teilweise in den oberen Etagen vorgelagerten, raumhohen Erker suggerieren das „Sitzen in der Baumkrone“ und verleihen den Wohnungen eine zusätzliche Innenraumqualität. Die innere, parkähnliche Grünzone wird zur urbanen Kommunikationsfläche und ist dadurch eine der wichtigsten Potenziale der Gesamtanlage.

Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch
Foto: HG Esch

Preisträger

BDA Hamburg Architektur Preis 2014

Locker gruppierte Wohnanlagen unterschiedlichen Typs bestimmen den zentrumsnahen, multikulturellen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Dort befindet sich zwischen Vering- und Weimarer Straße das aus Zeilenbauten der 1930er Jahre bestehende Weltquartier. Zehn dieser Zeilen wurden jüngst renoviert und um schmale Gebäudeschichten mit Außenräumen erweitert, während die zur verkehrsreichen Neuhöfer Straße hin gelegenen Häuserzeilen durch zwei zeichenhafte vier- bis fünfgeschossige Kopfbauten in U- und T-Form ersetzt wurden. Ihre für Hamburg typischen Ziegelfassaden werden belebt durch eine teilweise zurückspringende Sockelzone, unregelmäßig verteilte Fenster, Loggien, metallisch gerahmte Küchenerker und neoexpressionistische Ziegelbänder. Die durchgehenden Wohnungen besitzen Außenräume, die sich auf die Quartierstraßenoder den begrünten Hof öffnen.

Das auffälligste Merkmal der beiden minimalistisch klaren Neubauten aber sind die unregelmäßig abgeschrägten, an einen stilisierten Gebirgszug erinnernden Satteldächer ohne Überstand, deren Zacken auf die kleineren Zeilenhäuser verweisen. Die großen Giebel verleihen den Kopfbauten nicht nur eine skulpturale Körperhaftigkeit; sie bieten auch Platz für zusätzliche Wohnungen sowie Abstellräume.

Das sozial, städtebaulich und energetisch vorbildliche Ensemble beweist, dass abgeschrägte Dachlandschaften, die sich vom Einheitsbrei der Flachdachkuben abheben, auch in der heutigen Architektur ihre Berechtigung haben.