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Rückblick Workshop: BDA Münster-Münsterland nutzt Innovationsdruck für Wohnkonzepte

12. März 2016

Querdenken war erwünscht. Über acht Stunden lang setzten sich am Samstag 20 Architekten aus dem Münsterland und Vertreter der Stadtverwaltung mit der Frage auseinander, wie menschenwürdiges, bezahlbares Wohnen für Flüchtlinge in Münster aussehen könnte. Eckhard Scholz vom Bund der Deutschen Architekten (BDA) Münster und Münsterland hatte den Workshop initiiert.

Sandra De Vries erläuterte ethnologische Grundfragen. Die arabische „Wir“-Gesellschaft stoße auf eine westliche „Ich-Gesellschaft“. Das habe Auswirkungen auf Vorstellungen von Innen- und Außenraum-Nutzung. Prof. Thomas Rempen ermunterte zum Querdenken: nicht nur schnell und billig bauen, sondern Wohlfühlräume wünschte er sich. Elmar Leuermann stellte ein Projekt der Stadt Emsdetten vor, in das Flüchtlinge schon beim Bauen einbezogen wurden.

Foto: J. Rinke
Foto: J. Rinke
Entwurfsteam Prof. Herbert Pfeiffer/ Jörg Verwohlt/ Dirk Betz / Klaus Dömer (v.l. n.r.)

Planungsdezernent Siegfried Thielen stellte drei münsterische Grundstücke vor, wo ein Bauprojekt denkbar wäre: an der Grevener Straße, an der Malteserstraße in Hiltrup und auf einem Amelsbürener Grundstück. Aufgabe für den Workshop war die Schaffung lebenswerter, preisgünstiger Wohnungen für bis zu 50 Personen und eine Möglichkeit für langfristige Nutzung durch andere Zielgruppen, wie Singles, Familien, Studenten oder Mehrgenerationen.

Innerhalb von wenigen Stunden entstanden innovative, kreative Bauskizzen, die ethnologische Unterschiede berücksichtigten und öffentliche Räume für Begegnungen integrierten, mit Dachterrassen oder Innenhäufen, Gemeinschaftsräumen und Werkstätten, als Modul- oder Rasterkonzept. Die Ideen wurden zu einer Ratsvorlage zusammengefasst und der Stadt übergeben.

Foto: W. Walterscheid
Foto: W. Walterscheid
Das Team von Workshoporganisator Eckhard Scholz in Aktion

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